Momente in KINDHEIT, die übervorsichtige Eltern verunsichern könnten

Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste. Im Zweifelsfall heißt das für viele, die Kinder vor unangenehmen Überraschungen und Erfahrungen zu schützen. Lieber sauber statt dreckig, lieber stabil statt wackelig.

Aber ist das wirklich das Beste? Müssen Kinder nicht auch lernen, mit Überraschendem, Unvorhergesehen, ja auch mit Ekligem umzugehen?

Ja, sagen Kindheitsforscher. Ja unübersichtlicher unsere Welt wird, desto wichtiger wird es, dass unsere Kinder vielfältige und überraschende Erfahrungen machen. Dass sie nicht nur in geschützten Räumen aufwachsen.

Deswegen hier ein paar Momente in KINDHEIT – die Eltern verunsichern könnten. Die aber genau deswegen wichtig sind.

Ameisen essen

Kinder sind neugierig und, ja, vielleicht essen sie manchmal Dinge in der Natur, die sich eigentlich nicht essen sollten.

Aber was ist die Alternative? Fertignahrung und Kinder, die sich vor Lebensmitteln ekeln, die direkt aus der Natur kommen? Dann vielleicht lieber mal die ein oder andere Ameise.

Schnitzen und Messer

Ja, das Schnitzen gehört zum Draußensein dazu! Und wer schnitzt, braucht ein scharfes Messer. Das Bewusstsein für echte Gefahr schärft bei Kindern die Sinne. Und hilft ihnen, sich zu fokussieren und zu konzentrieren.

Und wenn doch mal Blut fließt, weil jemand abrutscht, lernen Kinder: Es ist nicht das Ende der Welt.

Das Kükenbegräbnis

Der Tod gehört zum Leben dazu – und zur Natur. Wer sich draußen bewegt, wird früher oder später mit dem Tod konfrontiert. Mit überfahrenen Vögeln, mit Katzen, die Mäuse jagen, vielleicht auch mit der Erfahrung, selber ein Tier zu töten.

In Kindheit zeigt das “Kükenbegräbnis”, wie normal und heilsam es für Kinder sein kann, wenn sie mit den Tod in der Natur kennenlernen. Und nicht irgendwann im Leben davon überrascht werden.

Das Wetter

Ja, draußen wird es kalt, es regnet, es schneit, es stürmt.

Hier gilt: Mit der richtigen Kleidung ist das kein Problem. Regen- und Matsch-Ganzkörperanzüge gehören deshalb zur Standardausrüstung in Waldkindergärten.

Und Kinder, die an das Draußensein gewöhnt sind, erkälten sich auch nicht beim ersten Regen. Und können irgendwann einschätzen, wann man wirklich rein muss.

Langeweile

Vielleicht die schönste Gefahr in der Natur: Langeweile!

Wo auf unseren Displays und in unseren Leben immer etwas los ist, passiert in der Natur auch schonmal einfach eine Zeitlang nichts. Das gibt Muße, loszulassen, zu beobachten, selber kreativ zu werden.

Am Anfang irritierend. Über die Zeit hinweg einfach schön.

 

Was sind eure Erfahrungen? Was hat Euch in der Natur überrascht, was irritiert?

Mehr Erfahrungen und schöne Bilder aus der Natur gibt es in KINDHEIT, ab 19. April (D) und 4 Mai (Ö) im Kino.

2018-05-14T12:20:32+00:00